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Sicherheit auf Musikfestivals

Sie erfahren seit mehreren Jahren einen richtigen Boom und dienen vielen schon als Urlaubsersatz: Festivals. Allein im Jahr 2011 wurde die Zahl der Festivals auf über 350 geschätzt und das nur für den deutschen Raum. Auch in Nachbarländern werden Open-Air-Festivals immer beliebter.

Aufgrund ihrer Beliebtheit werden sie jedoch auch immer größer und dadurch bergen sie auch ein größeres Sicherheitsrisiko. Um den Risikofaktor so gering wie möglich zu halten, gibt es seitens der Behörden, wie aber auch seitens der Veranstalter verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Besucher. Besucht man Internetpräsenzen der verschiedenen Festivals findet man schnell in den „FAQs“ den wichtigen Punkt „Sicherheit“. Sicherheit ist eben der wichtigste Punkt beim Besuchermanagement. Schließlich gilt es bei einigen Festivals 100.000 Personen zu schützen. In diesen FAQs kann man sich als Interessent schon vorab darüber informieren, was es zu beachten geht. Hier findet man vorab bereits Karten und Punkte, die für jedermann wichtig sind: Sanitätszelte, Informationspunkte und Sanitäranlagen. Damit diese für jeden schnell zu erreichen sind, bedarf es ausführlichen Planungen im Vorhinein von Festivals. Diese Aufgabe wird natürlich dem Veranstalter zuteil, der für den Schutz und die Zufriedenheit seiner Gäste verantwortlich ist. Bei sehr großen Open-Air-Veranstaltungen wird teilweise sogar auf die Hilfe von den Behörden zurück gegriffen. Um beispielsweise Straftaten im Vorhinein zu verhindern oder direkt zu rügen, laufen neben privaten Securitys auch Polizisten über das Campinggelände.

Was bei der Sicherheit auf Großveranstaltungen nie vergessen werden darf ist, dass im hohem Maße auch der Besucher für die Sicherheit zuständig ist. Daher gilt auf allen Festivals natürlich ein Waffenverbot, wie aber auch ein Verbot für das Mitbringen von Wasserflaschen. Teilweise werden sogar Gaskocher verboten, um somit der Gefahr eines Großbrandes aus dem Weg zu gehen, was gerade bei Festivals im Hochsommer ratsam ist. Um andere Straftaten zu Verhindern, wie Diebstahl oder sogar Körperverletzung sollte man stets auf seine Wertsachen aufpassen und bei einer Bedrohung seitens anderer Besucher sofort das Sicherheitspersonal oder einen Informationsstand aufsuchen, anstelle sich selbst um die Angelegenheit zu kümmern. Viele Großveranstalter arbeiten bereits im Vorfeld mit der Polizei zusammen und sortieren im Vorfeld bei den Zugangskontrollen Straftäter und Risikopersonen aus.

Anhand dieser Punkte kann man bereits erahnen, wie aufwendig die Planung eines Großevents ist. Natürlich sind große Veranstaltungen immer ein Risiko, doch alle Veranstalter sind stets auf die Sicherheit ihrer Gäste bedacht und tun ihr bestes zum Schutze dieser. Beachtet man darüber hinaus als Besucher die vorgegeben Sicherheitsbestimmungen, gibt es keinen Grund zur Sorge.

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Großveranstaltungen nach dem Loveparade-Unglück

Im Juli 2010 führten vermutlich Planungsmängel zur Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg: 21 Menschen starben in einer Massenpanik – das Gedränge der ankommenden und der nach Hause gehenden Besucher war gleichzeitig zu groß geworden.

Seitdem hat sich viel getan, die Schuldigen wurden gesucht und es wurden Maßnahmen ergriffen, die zukünftig Unglücke wie das von Duisburg verhindern sollen.
Dazu gehören neue Regeln für Demonstrationen und Großveranstaltungen, die Veranstalter und Kommunen vor neue Probleme stellen.
So mussten in der Folge bereits einige Veranstaltungen abgesagt werden, da die Organisatoren aus zeitlichen oder finanziellen Gründen nicht in der Lage waren, die geforderten höheren Auflagen umzusetzen.

Um sich rechtlich abzusichern, forderten viele Städten von Veranstaltern erweiterte oder völlig neue Sicherheitskonzepte, teilweise versehen mit Gutachten, die naturgemäß finanziell aufwendig sind. Zum Beispiel musste die Bochumer Ruhr-Universität ihr Konzept für ein Sommerfest um einige Komponenten erweitern. Zusätzliche Absperrgitter, Sicherheitszäune und Notstrombeleuchtung wurden von den Ordnungsbehörden gefordert.

Ein wichtiger Punkt bei neuen Sicherheitskonzepten sind stets die Breite und Durchlässigkeit von Fluchtwegen. Dies hat Auswirkungen bis hin zur Aufstellung von Weihnachtsmarktbuden in engen Innenstadtgassen. Hier legen viele Kommunen im Zweifel nun mehr Wert auf großzügige Raumverhältnisse als auf den letzten vermieteten Budenstellplatz.

Bleibt zu hoffen, dass die Zahl und Qualität öffentlicher Veranstaltungen nicht unter den neuen Auflagen leiden muss. Beispiele für abgesagte Events gibt es bereits: in Essen fiel 2011 das große Pfingst-Open-Air aus – eine so genannte Umsonst-Draußen-Veranstaltung. Hier waren die Auflagen für die beteiligten Organisatoren in der Kürze der Zeit nicht mehr zu stemmen. 2012 soll das Festival jedoch mit verbesserten Sicherheitsvorkehrungen wieder starten.