Sicherheit bei Festivals
Posted: Juni 17, 2011 at 7:58 am | Tags: Festivals, Hurricane, Loveparade, Music-FestivalsWo tausende Menschen zum Musik hören und feiern aufeinandertreffen, da müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen her. Die Musikfestivalbranche boomt, jährlich schießen immer mehr Veranstaltungen aus dem Boden, teilweise mit über 50.000 Zuschauern. Um einen reibungslosen, ungefährlichen Ablauf zu garantieren, müssen natürlich spezielle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Und sie scheinen zu funktionieren. So gab es auf deutschen Festivals schon seit einigen Jahren keine schwereren Unfälle oder ähnliches – abgesehen natürlich von den katastrophalen Ereignissen der Loveparade 2010, die hoffentlich allen Festivalbetreibern eine Lehre sind. Und das ist nicht zuletzt einer effektiven, gründlichen Besucherkontrolle geschuldet. Logischerweise darf kein Besucher das Festivalgelände ohne gültiges Armband bzw. Eintrittskarten betreten. Dies ist aber noch nicht alles. Ob mit Armband oder ohne, jeder Besucher muss bei jedem (Wieder-)Eintritt eine gründlichen Kontrolle über sich ergehen lassen. Dabei dürfen weder spitze Gegenstände, noch Glas oder sonstige, potentiell gefährliche Utensilien mit auf das Gelände genommen werden. Dies sind festivalübergreifende Maßnahmen, allerdings gibt es von Festival zu Festival auch verschiedene Regelungen, die Sicherheit garantieren sollen.
Auf dem Hurricane-Festival bei Scheeßel hat sich beispielsweise ein grundsätzliches Crowd-Surfing-Verbot durchgesetzt. Als erstes Festival in Deutschland reagierte man dort auf die zunehmende Verletzungsgefahr durch Crowd Surfing. Die Security-Mitarbeiter werden extra angewiesen, darauf zu achten, das keine Besucher von Erhöhungen fallen, springen oder sich werfen lassen, um von den anderen auf Händen getragen zu werden. Durch zusätzliche Absperrgitter soll die Möglichkeit zum „crowd surfing“ weiter reduziert werden. Des Weiteren wird mit Wellenbrechern gearbeitet, die einen zu großen Druck auf die vorne stehenden Besucher vermeiden sollen.
Jedes Jahr beauftragen die Verantwortlichen des Hurricane-Festival Experten, die Eigenschaften und Verhaltensweisen der Zuschauer bei den verschiedenen Auftritten zu analysieren. Diese Analysen werden dazu genutzt, die Sicherheit weiterhin zu verbessern und individuell auf spezielle Gegebenheiten reagieren zu können. Außerdem wird das Festivalgelände jährlich geprüft. Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsagenturen und der TÜV prüfen das Gelände auf Sicherheit und Statik der Bühnen und Zelte, genügend und gut zu erreichende Notausgänge, von denen es insgesamt 16 gibt, die alle samt mit großen Fahnen gekennzeichnet sind, sowie das vorhandene Personal aus Notärzten, Sanitätern und Sicherheitsleuten, die oft in größere Anzahl als benötigt vorhanden sind. Auf dem 110.000 Quadratmeter großen Gelände gibt es schließlich drei Einlassstationen. Durch dieses Besuchermanagement sollen lange Staus vermieden werden können, damit es zu keinem Gedränge und eventuell daraus resultierenden Tumulten kommen kann.
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